
Die Jugendorganisation der Friedensgesellschaft DFG-VK desertiert- aus dem eigenen Verband! Statt für den erneuten bundesweiten Schulstreik zu mobilisieren, verabschiedete sich das Jugendnetzwerk jetzt aus der Friedensgesellschaft: Mit einer bundesweiten Adbusting-Aktion in ihren Hochburgen. Die Antimilitarist*innen zeigen mit ihrer Aktion Missstände innerhalb der DFG-VK auf, die aktuell bei den Schulstreiks gegen die Wehrpflicht neue junge Leute sucht.Ihr Vorwurf auf den Plakaten im Design der DFG-VK: „Antisemitismus? Für die DFG VK kein Problem!“ Kai N. Krieger, Sprecher*in der Gruppe erklärte: „Wir wollen uns gegen Militarisierung einsetzen ohne dabei Antisemitismus, Rassismus oder Sexismus ertragen zu müssen! Deshalb gründen wir ab jetzt das Antimilitaristische Aktionsnetzwerk (A2N).“

Adbustings im Design der DFG-VK
In Berlin, Stuttgart, Leipzig und Dresden kaperten die jungen Friedensaktivist*innen unerlaubt Werbevitrinen an Bushaltestellen. Diese lassen sich mit handelsüblichen Rohrsteckschlüsseln aus dem Baumarkt leicht öffnen, ohne etwas zu beschädigen oder zu entwenden. In den so gekaperten Werbevitrinen platzierten sie über 40 selbstgedruckte Plakate. Das Design der Plakate erinnert stark an einen bekannten Sticker der DFG-VK. Es zeigt zwei Figuren im Comicstil. Diese sagen „Antisemitismus? Für die DFG VK kein Problem!“ Darunter steht: „Die DFG-VK hat den Berliner Landesverband rausgeworfen. Anlass: Kritik am Antisemitismus in der Friedensbewegung. Deswegen desertiert das Jugendnetzwerk jetzt.“ Ihre ausführlichen Gründe erläutern die jungen Aktiven in Interviews auf ihrem neuen Blog:
https://antimil-aktionsnetzwerk.site36.net/

Protest gegen den Rauswurf des Berliner Vorstandes
Zentraler Anlass, den die Aktiven in den Interviews nennen: Den Vorstand des ebenfalls von jungen Menschen dominierten Berliner Landesverbands hatte die Bundesebene im August 2025 aus der DFG-VK geschmissen. Der Gund: Zusammen mit dem Jugendnetzwerk hatte der Landesvorstand im Februar 2025 eine Kundgebung gegen Antisemitismus und Israelhass in der Friedensbewegung organisiert. „Wir kritisierten damals gemeinsam das Bündnis ‚Gerechter Frieden’, weil es die Schuld an der Situation in Gaza allein Israel zuschiebt und die Verantwortung der Hamas komplett ausklammerte“, erklärt Max, einer der Aktiven aus dem Jugendnetzwerk: „So dämonisieren sie Israel, was eine seriöse Friedensorganisation ablehnen sollte.“

Kreative Aktionen
Das Jugendnetzwerk hat über Jahre hinweg viele kreative und bildstarke Aktionen gegen Militarismus und die Bundeswehr im Rahmen der DFG-VK organisiert: Eine Kundgebung unter dem Thema Retten statt Rüsten, symbolisches Pipeline sägen bei GAZPROM und als Tod verkleidet den Bundeswehrstand auf der Gamescom besucht. Zuletzt hat das Netzwerk im Juni 2025 eine deutschlandweite Adbusting-Aktion gegen den Veteranentag organisiert und aus diesem einen „Nazipreppertag“ gemacht. Von der DFG-VK haben sie jedoch außer aus dem ebenfalls von jungen Menschen dominierten Landesverband Berlin-Brandenburg wenig Unterstützung dafür bekommen.

Hass und Abwehr aus der Friedensbewegung
Für die Kritik an Sexismus, Rassismus und Antisemitismus in der Friedensbewegung erfuhren die jungen Menschen jede Menge Hass und stumpfe Abwehrreaktionen, die sie in den Interviews ausführlich schildern. Über die Jahre war den jungen Aktiven deshalb klar geworden, dass die den Verband dominierenden Männer ihnen nicht zuhören wollen. „Ich bin frustriert“ sagt Emma. „Die festgefahrenen Strukturen des Verbandes blockieren jegliche Versuche, die DFG-VK zeitgemäßer zu gestalten und für junge Menschen zugänglicher zu machen.“


Rest In Peace Friedensgesellschaft DFG-VK?
Der Altersschnitt der DFG-VK liegt bei über 65. Die Hälfte der Basisgruppen ist bereits inaktiv. Die DFG-VK beschloss zuletzt, ihre einzige Immobilie zu verkaufen. Die ohnehin völlig überalterte Organisation verliert nun auch noch ihr Jugendnetzwerk. „Bereits 2003 im Zuge des Irak-Krieges gelangt es der DFG-VK nicht, die vielen gegen den Krieg protestierenden jungen Menschen zu integrieren“, sagt Kai N. Krieger. Jetzt seien in Basisgruppen, Landesverbänden und auf der Bundesebene nach wie vor größtenteils dieselben Personen an der Macht; nur in über 20 Jahre älter. „Gerade jetzt im Zuge der Schulstreiks versucht die DFG-VK für junge Kriegsdienstgegner*innen attraktiv zu sein, ich glaube nicht dass ihnen das gelingen wird!“


Große Pläne
In Zukunft wollen die bisher im Jugendnetzwerk Aktiven in dem neuen von ihnen gegründeten unabhängigen Antimilitaristischen Netzwerk (A2N) aktiv werden. Im A2N könnten sich Schulstreikende und andere junge Antimilitarist*innen somit ohne blockierende Vereinsstrukturen politisch organisieren. „Wir planen eine bundesweite Zeitschrift, Skillshare-Treffen für Kreativ-Protest gegen die Bundeswehr und eine unabhängige schwurbelfreie Kriegsdienst-Beratung“ berichtet Kai. „So wollen wir friedensbewegten Menschen, die sowohl Israel nicht hassen noch Putin-Propaganda nachquatschen, ein Forum bieten.“
Mehr Infos:
Interview: „Wir sind dann mal weg!“ Warum das Jugendnetzwerk aus der Friedensorganisation DFG-VK desertiert: https://antimil-aktionsnetzwerk.wir-sind-dann-mal-weg-warum-das-jugendnetzwerk-aus-der-friedensorganisation-dfg-vk-desertiert/
Save the date: Skillshare zu Kreativprotest mit der Bundeswehr, 30.4. bis 3.5.2025:
https://antimil-aktionsnetzwerk.site36.net/2025/12/12/30-4-3-5-2026-rebellisches-zusammenkommen-des-antimilitaristischen-aktionsnetzwerks-a2n/
Deutsche Friedensgesellschaft wirft Antisemitismus-Gegner*innen raus:
https://dfg-vk-berlin.de/uncategorized/deutsche-friedensgesellschaft-wirft-antisemitismus-gegnerinnen-raus/













